Fachinformatiker Systemintegration Bewerbung

Viele Bewerbungen sind schon im Voraus zum Scheitern verurteilt, weil sich der Bewerber nicht genügend Gedanken über seine Bewerbungsunterlagen gemacht hat. Dies ist jedoch mit etwas Zeitaufwand und den richtigen Tipps vermeidbar! Dabei bildet die Bewerbung auf eine Stelle als Fachinformatiker Systemintegration keine Ausnahme.
Falls in der Stellenausschreibung nichts anderes angegeben wird, besteht eine Bewerbung üblicherweise aus drei Teilen: Einem Anschreiben oder Motivationsschreiben, dem Lebenslauf und schließlich den Zeugnissen und Zertifikaten. Was dabei genau zu beachten ist und inwiefern sich eine Online-Bewerbung von einer postalischen Bewerbung unterscheidet, versuchen wir an dieser Stelle zu beantworten. Da die Bewerbung als Fachinformatiker sich nicht von einer Bewerbung auf einen anderen Beruf unterscheidet wird hier einfach auf die Bewerbung allgemein eingegangen.
Fachinformatiker Systemintegration BEwerbung

Die Vorbereitung

Informieren Sie sich vorab über das Unternehmen, bei dem Sie sich bewerben wollen. Suchen Sie nach Informationen auf der Unternehmens-Website und nach Unternehmenspräsentationen (vor allem zu empfehlen sind hier Dienste wie Google oder Slideshare, es existiert außerdem eine wahre Fülle an Dokumentenfindern). Dieser Schritt hilft Ihnen dabei, sich ein Bild von dem Unternehmen zu machen, vor allem aber Ihrem Gegenüber zu zeigen, dass Sie den Dingen auf den Grund gehen und sich Zeit genommen haben. Wie präsentiert sich das Unternehmen, wie kommuniziert es und wie spricht es Kunden und Bewerber an? Daraus können Sie ableiten, wie Ihre Bewerbungsunterlagen aussehen sollten. Bewerben Sie sich bei einem Großkonzern oder einem Start-up? Dieses Wissen hilft Ihnen, weniger Fehler bei der Erstellung Ihrer Bewerbungsunterlagen zu machen und ist üblicherweise auch eine gute Übung zur Reflektion dessen, was man eigentlich von einem Arbeitgeber erwartet.

Das Anschreiben

Ebenso wie bei einer Bewerbung per Post ist ein Anschreiben bzw. ein Motivationsschreiben ein zentrales Werkzeug, um Interesse zu wecken und sich von anderen Bewerbern abzuheben. Hier können Sie sich in knappen Worten vorstellen, ihre Motivation darlegen warum Sie sich gerade hier als Fachinformatiker Systemintegration bewerben. Zudem legen Sie dem Personalreferenten dar, warum genau Sie der passende Bewerber oder die passende Bewerberin für die zu besetzende Stelle sind. Wichtige Kenntnisse und Erfahrungen in Bezug auf die Stelle sollten Sie herausstellen.
Sprechen Sie im Anschreiben direkt eine Person an (sollte kein Ansprechpartner in der Stellenausschreibung genannt sein, erfragen Sie diesen einfach telefonisch beim Unternehmen). Dabei signalisieren Sie schon vor Ihrer Bewerbung Interesse und bleiben dem Personalreferenten eventuell sogar im Gedächtnis.

Bleiben Sie bei der Anrede stets höflich und verwenden Sie Begrüßungsformeln wie „Sehr geehrter Herr …“ oder „Sehr geehrte Frau …“, denn diese Ansprache ist direkt und erweist sich in den meisten Fällen als die beste Variante. Abhängig von Ihrem Alter und dem Unternehmen können Sie als Anrede auch „Guten Tag Herr/Frau …“ wählen. Dies ist jedoch eher für jüngere Bewerber bzw. Stellen im kreativen oder Internet-Bereich geeignet.

Generell ist im Anschreiben zu empfehlen, auf gängige Floskeln wie „Hiermit bewerbe ich mich auf die Stelle Fachinformatiker Systemintegration, weil …“ zu verzichten. Bleiben Sie korrekt und schreiben Sie zum Beispiel „Ich habe Ihre Stellenausschreibung auf der Jobbörse ictjob.de gefunden“. Dadurch vermeiden Sie einen möglichen „Serienbrief-Charakter“ und liefern außerdem dem Personalreferenten auch noch wertvolle Informationen, welcher Recruiting-Kanal denn die interessanten Bewerbungen generiert.
Am Ende des Anschreibens können Sie auf die mitgeschickten Unterlagen verweisen.

Hinweis: Wo soll das Anschreiben hin? Bei dieser Frage scheiden sich die Geister. Es gibt Personalreferenten, die bei einer Bewerbung per Mail das Anschreiben direkt im Text der E-Mail sehen möchten. Andere bevorzugen ein Anschreiben als Datei vor dem Lebenslauf. Wenn in der Stellenausschreibung kein Hinweis dazu gegeben wird, bleibt es Ihnen überlassen für welche Variante Sie sich entscheiden.
Unser Tipp: Schreiben Sie in einer E-Mail knapp für welche Stelle Sie sich bewerben und fügen das Anschreiben sowie alle weiteren Unterlagen in einer Datei dem Anhang bei. Sollte Ihre Bewerbung nämlich an einen Fachbereich weitergeleitet werden, wo der Kollege dann nur noch die Dateianhänge öffnet, geht Ihr Anschreiben nicht verloren.

Der Lebenslauf

Aufbau

    • Die wichtigsten Daten zur Person sollten zu Beginn des Lebenslaufs stehen. Also Anschrift, Kontaktdaten und Geburtsdatum sowie Informationen zu Ihrer Herkunft.
    • Anschließend beschreiben Sie ihren beruflichen Werdegang. Versuchen Sie dies so übersichtlich wie möglich zu gestalten. Eine Listenform hat sich hier mittlerweile als Standard etabliert. Gehen Sie dabei umgekehrt chronologisch vor, damit Ihre letzte Tätigkeit ganz oben steht – das ist übersichtlicher und der Personalreferent muss nicht suchen. Beschränken Sie sich bei der Auflistung Ihres Werdegangs nicht nur auf das Unternehmen und Ihre Funktion, schreiben Sie auch noch konkrete Tätigkeiten und erreichte Ziele dazu.
    • Achten Sie generell auf aktive Formulierungen (also z.B. „Ich habe X umgesetzt“ anstatt „Ich war für X verantwortlich“). Das macht gleich einen ganz anderen, proaktiven Eindruck.
    • Nach der Berufserfahrung kommen im selben Stil Praktika, Werkstudentenstellen, Praxissemester, Volontariate und Traineestellen. Gehen Sei hierbei ebenfalls umgekehrt chronologisch vor und achten Sie auf ein angemessenes „Gewicht“ gegenüber Vollzeitstellen.
    • Als nächstes sollten Sie Ihren Bildungsweg beschreiben. Hierzu zählen nicht nur Schulbildung, Ausbildung und Studium – auch Fortbildungen und Umschulungen sind Teil des Bildungswegs. Beginnen Sie hier mit dem Punkt, der Sie am höchsten qualifiziert, bzw. mit der Ausbildung, in der Sie sich derzeit noch befinden. Ausbildungsort, Einrichtung und Abschlussnote sind hier für Personal Entscheider von Interesse.
      Der letzte Punkt Ihres Bildungsweges sollte die Schulbildung sein, also Hauptschule, Realschule oder Gymnasium. Welche Grundschule Sie besucht haben ist uninteressant – auch wenn Sie dort vermutlich wichtige Dinge gelernt haben.
    • Der nächste Abschnitt ist etwas flexibler in der Ausgestaltung. Hier ist Platz für alle Dinge, die Sie sonst noch auszeichnen. Folgende Punkte können Sie hier zum Beispiel aufführen:
      • Ehrenamtliche Tätigkeiten
      • Studentische Nebenjobs
      • Auslandsaufenthalte
      • Freiberufliche Tätigkeit
      • Studentische Projekte
    • Als letzter Punkt in Ihrem Lebenslauf stehen Ihre sonstigen Kenntnisse und Qualifikationen. Legen Sie dar, welche Sprachen Sie sprechen und wie gut. Verwenden Sie dazu Begriffe wie: „Muttersprache“, „verhandlungssicher“, „fließend“, „gut“ und „Grundkenntnisse“. Vermeiden Sie hier ausgefallene Beschreibungen wie „ausbaufähig“, „wird stetig besser“, „durchschnittlich“ oder „mittel“. Mit solchen Beschreibungen kann ein Personalreferent nichts anfangen und einen seriösen Eindruck vermitteln Sie so bestimmt nicht.
      Weitere wichtige Kenntnisse, die Sie auflisten sollten, betreffen den Umgang mit Computern und Software. Welche Programme beherrschen Sie?
    • Grundsätzlich sollten Sie alle Kenntnisse aufzählen, die für den Job relevant sein könnten. Unwichtige lassen Sie besser weg, das bläht den Lebenslauf nur unnötig auf und zeigt dem Personalentscheider, dass Sie sich nicht eingehend mit der Stelle auseinander gesetzt haben bzw. entscheidungsschwach sind. Sollten Sie Zertifikate errungen haben ist hier der richtige Ort, diese aufzuführen.
    • Auch wenn er in vielen Lebensläufen enthalten ist, gehört der Punkt Interessen/Hobbys nicht unbedingt auf einen Lebenslauf. Es wird Ihnen sicherlich nicht von einem Personalreferenten negativ ausgelegt werden. Falls Sie sich dafür entscheiden, diesen Punkt mit in den Lebenslauf aufzunehmen, überlegen Sie bitte vorab, welches Licht das Hobby auf Sie wirft. Hobbys wie „Mit Freunden weggehen“ oder „Oktoberfest“ erzeugen u.U. Vorurteile, welche Sie in einem möglichen Bewerbungsgespräch erst einmal wiederlegen müssen. „No-Brainer“ wie „Reisen“, „Freunde treffen“ und Ähnliches können Sie sich auch getrost sparen – wer tut das nicht gerne?
    • Datum, Ort und eventuell eine Unterschrift bilden das Ende Ihres Lebenslaufs.

Hinweis: Bleiben Sie stets bei der Wahrheit in Ihrem Lebenslauf. Versuchen Sie nicht, Dinge zu verschleiern, dies wird normalerweise beim Bewerbungsgespräch aufgedeckt. Ein Lebenslauf mit Lücken ist nicht automatisch schlecht, lediglich erklärungsbedürftig. Begründen Sie die Lücken: Waren Sie zum Beispiel längere Zeit im Urlaub, hatten Sie eine langwierige Krankheit oder haben Sie schlicht eine Auszeit genommen? Solche Phasen finden sich in den meisten Lebensläufen. Solange Sie ehrlich sind, wird das kein Ausschlusskriterium sein und Ihre Chancen auf ein Bewerbungsgespräch nicht vermindern.

Der Anhang

Zu einer Bewerbung gehören selbstverständlich Zeugnisse, die Ihre Qualifikationen belegen. Wichtig sind hier Zeugnisse Ihrer Ausbildung (Studienzeugnis, Schulabschluss, weitere Zertifikationen,…) sowie vorhandene Arbeitszeugnisse. Bei letzteren können Sie sich auf die letzten 2 Arbeitgeber beschränken.
Gegebenenfalls können Sie noch Zertifikate oder Nachweise für bestimmte Tätigkeiten anfügen, aber nur, sofern diese direkt Relevanz für die Stelle haben. Ist dies nicht der Fall, lassen Sie diese besser aus – denn es könnte den Anschein erwecken, dass Sie sich nicht über die wirklich wichtigen Fähigkeiten im Klaren sind oder dass Sie mit einer Reihe an „irrelevanten“ Zertifikaten Schwächen kaschieren wollen.